Die „Crushing Caspars“ rockten die Hütte


Beim gut besuchten ersten Konzert nach einer fast viermonatigen Sommerpause steppte am vergangenen Samstag in der „Wolfsklause“ in Oberwolfach mal wieder der Bär. Als Headliner waren die „Crushing Caspars“ aus Rostock zu Gast, als Vorbands heizten „The Hellcall“ und „Kyler“ die Stimmung kräftig an.

Als erste Band traten die fünf Jungs von „Kyler“ ins Scheinwerferlicht. Die Lahrer Groove-Metaller, die früher unter dem Namen „Past All Hope“ aktiv waren, feierten an diesem Abend die Veröffentlichung ihres nagelneuen Albums „Swagger“. Songs wie der Opener „Unknown“, „Buried Alive“ oder „Fight“ strotzen vor Energie und gefielen den meisten Anwesenden sehr gut.

Gespannt warteten die Fans nun auf „The Hellcall“. Der Fünfer aus Freiburg und Rheinfelden hat sich „Black Forest Mosh Metal“ auf die Fahnen geschrieben. Mit drei Gitarristen, einer davon Ausnahmekönner und Ex-„Fear My Thoughts“-Mitglied Patrick Hagmann, zauberte die Band eine äußerst druckvolle Soundwand aus den Boxen. Mal mittelschnell und mächtig groovend, mal rasend und wild. Dazu gesellten sich der variable Gesang von Alex Bleiziffer und eine gute Bühnenshow inklusive „Bier-Bong“ und „Bad-Taste-Outfit“ der Musiker, sodass man von einem musikalisch und optisch außergewöhnlichen Auftritt sprechen kann. Entsprechend euphorisch wurden Lieder wie „I Set My Sail“, „In Hell“ oder „And My Kingdom Will Come“ von den zahlreichen Fans beklatscht.

Jetzt war die Zeit für die „Crushing Caspars“ gekommen. Die Hardcore-Szenegröße war extra aus dem fernen Rostock angereist, um dem Schwarzwälder Publikum ihren „Baltic Sea Hardcore“ – so nennt die Band ihren Stil – um die Ohren zu jagen. Dahinter verbirgt sich eine explosive Mischung aus Hardcore, Punk und Streetcore, angereichert mit Versatzstücken aus Rock’n’Roll und Metal. Bands wie „Discipline“, „Sick Of It All“, aber auch „Motörhead“ zählen zu den Einflüssen der Norddeutschen. Bei Songs wie „Life Is A Freefight“ oder „The Fire Still Burns“ ging vor der Bühne kräftig die Post ab. Sänger „Snoopy“ zeigte regelrechte Entertainer-Qualitäten und bezog immer wieder gekonnt das Publikum mit in die Show ein. Auch die Huldigung verstorbener Musik-Legenden kam hervorragend an. Highlight-Songs waren „Viva La Rostick“, eine Hommage an die Heimatstadt der „Crushing Caspars“, die Cover-Version des „Agnostic Front“-Klassikers „Gotta Go“ und die abschließende Mitgröhl-Hymne „Eye For An Eye“. Ein cooler Auftritt einer coolen Band, die vom Publikum zu Recht ausgiebig bejubelt wurde.

Das nächste „Wolfsklause“-Konzert findet am 10. November statt. Die Band „Sinew“ aus Marburg spielt melodischen Alternative-Progressive-Rock, die Freiburger „Earthlimb“ machen progressiven Postrock.