Ein Auftritt voll unbändiger Energie

 
Am ersten Samstag des neuen Jahres machte die belgische Hardcore-Szenegröße „The Setup“ einen Abstecher nach Oberwolfach in die gut gefüllte „Wolfsklause“ und überzeugte die Zuhörer mit einem intensiven und energiegeladenen, wenn auch etwas zu kurzen Auftritt.
 
Der Konzertabend wurde eröffnet von der Offenburger Metalcore-Band „My Dying Faith“. Der Fünfer knallte den Anwesenden harte Riffs mit dynamischen Tempowechseln um die Ohren. Melodische Parts wurden mit brutalen Vocals und Breakdowns kombiniert. Die Truppe um Sänger Maze Mischief lieferte eine starke Vorstellung ab und konnte durch Songs wie „Shape Of A Heartless World“ oder „Ashes Embrace“ mit Sicherheit eine neue Fans gewinnen.


 
Dieses Niveau konnte die nächste Band nicht ganz halten. Die Musik der Metalcore-Truppe „Burning Nations“ aus Freiburg war vollkommen in Ordnung. Wohldosierte Härte in Form von wilden Moshparts traf auf eine gute Gitarrenarbeit inklusive einiger feiner Melodien. Allerdings ließ die Gesangsleistung teilweise etwas zu wünschen übrig. Applaus gab’s für Stücke wie „What You Mean To Me“ oder „Wanderer“ dennoch.
 


Deutlich euphorischer waren die Reaktionen des Publikums auf die Darbietung von „The Setup“. Die 2002 in Antwerpen gegründete Band bot einen intensiven Auftritt voller Energie. Wütenden, wuchtigen und ehrlichen Hardcore mit mächtigen Moshcore-Elementen haben sich die Belgier auf die Fahnen geschrieben. In punkto Dynamik und Groove erinnerten „The Setup“ an die frühen Werke von Bands wie „Born From Pain“ oder „Hatebreed. „Straßenkampf mit Hit-Charakter“, schrieb das Fachmagazin „Rock Hard“ über das aktuelle Album. Und das zu Recht, wie Songs der Marke „Walking Blind“, „Burn“ oder das grandiose „Trapped Under The Weight“ unter Beweis stellten. Sänger Kris Deweerdt, ein Bär von einem Mann, animierte die Leute auf der Tanzfläche zu schweißtreibenden Höchstleistungen. Diese zogen voll mit, was sich in intensiven Pogo-Eruptionen äußerte. Alles in allem ein begeisternder Auftritt einer ausgezeichneten Live-Band, der lediglich einen Schönheitsfehler hatte: die Spielzeit war wie in Hardcore-Kreisen üblich relativ kurz.