Wildes Konzertwochenende in der Wolfsklause

Das vergangene Wochenende stand in der Oberwolfacher "Wolfsklause" ganz im Zeichen handgemachter Rockmusik. Am Freitag wurde mit "The Blackout Argument" und "Meilenstein" die härtere Schiene gefahren, am Samstag traten im Rahmen der "Hitradio Ohr"-Partynacht die melodischen Rockbands "Izzy Bizzy", "Sick Of The Law" und "Infected Slaves" auf.

Los ging es am Freitagabend mit den Newcomern "Meilenstein", früher unter dem Namen "Times Get Hard" aktiv. Die Haslacher knallten dem bis dato noch recht spärlich vorhandenen Publikum eine leicht punkige Portion Oldschool-Hardcore mit deutschen Texten um die Ohren. Der Vierer legte bei Songs wie "Fragezeichen Leben" oder "Ich kotze Luft" eine große Spielfreude an den Tag. Mit "The Blackout Argument" gab anschließend eine Szenegröße aus dem Bereich Hardrcore/Punk ihre Visitenkarte in der "Wolfsklause" ab. Angereichert mit einer Brise Metal, kam der Sound der Münchner vom ersten Takt an prächtig bei den mittlerweile zahlreichen Leuten an. Songs wie "Abandon Good Guy" oder "Broken Teeth" sind repräsentative Beispiele für des hohe Qualitätslevel, auf dem die Band agiert. Herausragend war die Performence von Sänger Raphael Schmid, der überaus gekonnt zwischen aggressivem Hardcore-Shouting und melodischem Hochglanz-Gesang pendelte. Der bereits ausgelassenen Stimmung wurde mit dem "Boy Sets Fire"-Cover "Rookie" noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt, ehe mit der letzten Zugabe "Untold Memoirs" ein starker, allerdings auch etwas zu kurzer Gig des Fünfers zu Ende ging.

Tags darauf stieg die große "Hitradio Ohr" Partynacht im Kinzigtal. Bereits zu früher Stunde war die "Wolfsklause" prächtig gefüllt, was den Opener "Izzy Bizzy" zu einem schwungvollen Auftritt animierte. Der frische Mix aus Funk, Punk und Alternative-Pop-Rock brachte etliche Tanzbeine in Schwung. "Wake Up, Break Up" oder "Familie Saubermann" versprühten jede Menge gute Laune und brachten den Karlsruhern viele neue Fans ein. Mit "Sick Of The Law" stellte sich anschließend eine der talentiertesten Rockbands aus der Ortenau vor. Der Stil des Vierers aus dem Lahrer Raum lässt sich als Alternative-Rock mit Einflüssen von Punk und Grunge beschreiben. Die Vergleiche mit "Nirvana" sind vor allem der Tatsache zu verdanken, dass der Gesang von Tobias Sigg dem vom Kurt Cobain sehr ähnelt, dürfen aber auch als Kompliment für die große Qualität von „Sick Of The Law“ verstanden werden. Für Titel wie "The Gathering" oder "Endless Nights" gab es kräftigen Applaus, ehe mit "Your World" der packende Set zu Ende ging. Der Haedliner hatte etwas Pech, dass gegen Mitternacht viele Partygänger zu anderen Zielen aufbrachen. So mussten die "Infected Slaves" vor relativ wenig Publikum beginnen. Doch die Band machte das Beste daraus und zeigte bei eigenen MelodicRock-Stücken ebenso was in ihr steckt, wie bei gelungenen Coverversionen von den "Rolling Stones" oder "Marylin Manson". Einen kurzen Technik-Ausfall überbrückten die Kehler gekonnt mit einer Akkustik-Version des "Oasis"-Hits "Wonderwall". Im Laufe des Auftrittes stieg die Besucherzahl und mit ihr die Stimmung wieder an. Bei "Zombie" von den "Cranberries" wirkte spontan eine Gastsängerin aus dem Publikum mit und "Seven Nation Army" von den "White Stripes" wurde von allen Anwesenden lauthals mitgesungen. Mit "Knockin' On Heaven's Door" ging das Konzert dann leider zu einem Zeitpunkt zu Ende, als die Laune der Zuhörer auf dem Höhepunkt war.