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...::: WOLFSKLAUSE :::...

Konzerte

Konzertberichte

[30.04.2011] UNDERTOW

Mächtige Riffs von "Undertow"

Die schwäbische Metalband "Undertow" war am vergangenen Wochenende in der "Wolfsklause" in Oberwolfach zu Gast. Im Gepäck hatte sie neben jeder Menge tonnenschwerer Gitarrenriffs auch die beiden Vorbands "Ecliptic Circle" und "Fearce".

Den Startschuss gaben "Ecliptic Circle" aus Oberkirch. Der Fünfer bot gutklassigen modernen Metal mit Thrash- und leichter Death-Schlagseite. Die Newcomer deuteten bei Songs wie "Between Faith And Forgiveness" oder "Imperfection Of Our Past" ihr Potenzial an.

Schon eine Stufe weiter in ihrer Entwicklung ist die zweite Vorband "Fearce", was bei Stücken wie "Cross The Line" deutlich wurde. Das Quintett aus dem Freiburger Raum macht harte Gitarrenmusik beeinflusst von Nu-Metal, Metalcore und Deathcore. Aggressive bis melodische Vocals und straighte, kompromisslose Gitarrenriffs, unterlegt von einer präzisen Rhythmussektion sind die Markenzeichen der Band.

Anschließend war es in der nicht ganz so gut wie üblich besuchten "Wolfsklause" Zeit für den Hauptact. "Undertow" sind eine feste Größe in der deutschen Metalszene. Die sympatischen Schwaben um Sänger und Gitarrist Joachim Baschin boten den Zuhörern klischeefreien, gradlinigen und energiegeladen Schwermetall. Beeindruckend, welch tonnenschweren Sound die Band aus den Boxen zaubert, obwohl es sich lediglich um ein Trio handelt. Mit "Crawler", "Missing Link", "Bitter Taste", "Art Of Falling" oder "Stomping Out Ignorance" beglückten "Undertow" die Fans mit einem "Best Of" von den drei zurückliegenden Studioalben. Man merkt der Band nach mehr als 350 Liveauftritten mit Szenegrößen wie "Danzig", "Volbeat", "Paradise Lost" oder "Kreator" ihre große Routine genauso an, wie ihre immer noch vorhandene wohltuende Spielfreude. Mit dem hardcorelastigen "Drenched" und dem Klassiker "34CE" endete ein sehenswerter "Undertow"-Auftritt, der ein paar Zuschauer mehr verdient gehabt hätte.

Am Samstag, dem 21. Mai gastiert die Band "Random Hand" aus England in der "Wolfsklause". Das Quartett mischt Ska-Punk mit einer Brise Hardcore zu einem tanzbaren Gebräu. Die Vorband heißt "Some Living", kommt aus Achern und macht Skapunk.

[09.04.2011] Narziss


„Narziss“ mit würdigem Abschied


Die ostdeutsche Hardcore- und Metal-Kultband „Narziss“ war am vergangenen Wochenende gemeinsam mit den Vorbands „Lasting Traces“ und „Down On Me“ in der „Wolfsklause“ in Oberwolfach zu Gast. Der Fünfer lieferte eine packende Vorstellung ab und sagte mit ein wenig Wehmut „Servus“.

Aber warum Wehmut? Weil der Auftritt in der „Klause“ der vorletzte in der Bandgeschichte von „Narziss“ war. Nach nunmehr dreizehn Jahren gemeinsamen Musizierens lösen sich die Jungs aus Jena aufgrund beruflicher und privater Veränderungen in Kürze auf. Einzig ein Abschiedskonzert in ihrer Heimatstadt steht jetzt noch an, danach ist Feierabend. Im Schwarzwald schauten die Thüringer aber nochmals vorbei, waren sie doch beim ersten Besuch in der „Wolfsklause“ im Jahr 2009 von der Atmosphäre und den euphorischen Publikumsreaktionen schwer angetan. Entsprechend motiviert und gut gelaunt ging die Band auch dieses Mal von Beginn an ans Werk. Mit „Meine kleine Seele“ und „Ita Est“ gab es gleich zum Start die ersten echten Highlights zu hören. Deutschsprachige Texte gepaart mit einem feinen Melodieverständnis und einer gesunden Portion Aggressivität bilden die Basis für die spezielle Klangwelt von „Narziss“. Hardcore und Metal geben sich beim Sound des Fünfers ebenso die Klinke in die Hand, wie aggressives Shouting und klarer, emotionaler Gesang. Dem Publikum gefiel’s prächtig, bei Stücken wie „Und du verblasst“ oder „Hoffnungslos“ steppte auf der Tanzfläche mächtig der Bär. Mit „Morgen nicht geboren“ endete das reguläre Set und nach den heftig geforderten und anschließend beklatschten Zugaben schlossen „Narziss“ das Kapitel Schwarzwald endgültig ab. Die zahlreichen positiven Fanreaktionen im Smalltalk mit den Musikern nach dem Konzert machten deutlich, dass der deutschen Hardcore-Szene künftig eine große Nummer fehlen wird.

Auch die beiden Vorbands trugen dazu bei, dass sich „Narziss“ in einem würdigen Rahmen von ihren Fans verabschieden konnten. Den Startschuss gaben „Down On Me“ aus Kehl und Achern. Stilistisch bewegte sich der Fünfer in einer Mischung aus Hardcore, Metal und Melo-Stuff. Zwar war dies der allererste Auftritt der neu gegründeten Band, da die Mitglieder aber in diversen anderen Acts bereits jahrelange Bühnenerfahrung gesammelt haben, war der Auftritt souverän, routiniert und wurde anerkennend beklatscht. Songs wie „The Bitter Truth“ oder „Society“ machten richtig Spaß.

Trotz ihres jungen Alters sind die Jungs von „Lasting Traces“ schon fast alte Hasen, zumindest was die Anzahl ihrer bislang absolvierten Konzerte betrifft. Die tourfreudige Hardcore-Crew aus dem Schwarzwald kann man stilistisch in die Liga des modernen, amerikanischen Hardcores einordnen: melodisch und gleichzeitig aggressiv. Die Songs ihres demnächst erscheinenden neuen Albums „Old Hearts Break In Isolation“ wussten ebenso zu gefallen, wie ältere Granaten der Marke „Paying Debts“. „Leak“ oder „Disillusioned“.

Am Samstag, dem 30. April ist die deutsche Metalgröße „Undertow“ in der „Wolfsklause“ zu Gast. Die Vorbands sind „Fearce“ aus Freiburg und „Ecliptic Circle“ aus Oberkirch.



[19.03.2011] Geist

Die Rock-Fans waren beGEISTert

Mit den Kölnern "Geist" und den einheimischen "Gree" waren am vergangenen Samstag zwei nicht ganz alltägliche Rockbands in der "Wolfsklause in Oberwolfach" zu sehen.

Die "Geister" waren bereits zum dritten Mal im Wolftal zu Gast. Sie haben sich innerhalb der Rockmusik eine Nische gesichert, die noch weitestgehend unbesetzt ist im deutschsprachigen Raum. Es wird Musik mit intelligenten deutschen Texten geboten, die durch den Bauch in den Kopf geht, jenseits von ausgetretenen Pfaden, anspruchsvoll, komplex und dennoch eingängig und dabei immer hoch emotional.

Doch ehe die Jungs aus der Domstadt loslegten, durfte sich wie bereits beim letzten Klause-Konzert von "Geist" die aus Offenburg, Lahr und Freiburg stammende Band "Gree" dem Publikum präsentieren. Die Mannen um Sänger und Bandleader Stefan Miehle packten diese Gelegenheit beim Schopfe und überzeugten auf ganzer Linie. Die Songs von "Gree" verfügen über eine erstaunlich hohe Qualität. Der Sound des Vierers macht es sich irgendwo im Fahrwasser von Acts wie "Oceansize", "Incubus" oder "Porcupine Tree" bequem. Stücke wie "Decisions", "Passing Lights" oder das abschließende "More Feeling For Everyone" waren echte Hörgenüsse und ernteten mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Eine klasse Band, die sich an diesem sicher Abend einige neue Freunde gemacht hat.

Anschließend war die Zeit für den Headliner gekommen. Gleich nach den ersten paar Takten von "Wahnsinn" war klar, warum die Band mittlerweile so viele Fans hat. Die "Geister" leben ihre Musik voller Energie auf der Bühne aus und kreieren eine Live-Atmosphäre, die jeden Zuhörer unweigerlich in ihren Bann zieht. Starke Songs wie "Wer, wenn nicht ich" oder "Erbe" ließen die Herzen der Rock-Liebhaber in der Wolfsklause höher schlagen. Interessant waren auch die Tracks "Panzer", "Strom" oder das Titelstück vom neuen Album "Feuerengel". Blickfang der "Geister" ist Frontmann Fares Rahmun, der nicht nur stimmlich, sondern auch als charismatischer Entertainer zu überzeugen wusste. Im Zugabenteil kam dann auch der sehnlichst erwartete Überhammer "Achtung" zum Zuge. "Für alle Zeit", Titelsong des Debut-Albums, bildete das Ende eines grandiosen Auftrittes.

Am 9. April ist die Hardcore/Metal-Institution "Narziss" aus Jena zum letzten Mail vor ihrer Bandauflösung in der "Wolfsklause" zu Gast. Die Vorbands heißen "Lastig Traces" und Down On Me". Tickets gibt es ab sofort in der Wolfsklause.

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