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...::: WOLFSKLAUSE :::...

Konzerte

Konzertberichte

[10.11.2012] Sinew

Rockmusik für Genießer


Ein qualitativ außergewöhnlich gutes Konzert sahen die Rockfans am vergangenen Wochenende bei uns in der „Wolfsklause“ in Oberwolfach. Angefangen von der Vorband „The Enshins“ über den zweiten Act „Earthlimb“ bis hin zum Headliner „Sinew“ wussten alle Bands voll zu überzeugen.

Leider war der Besuch noch recht spärlich, als die vier Jungs von „The Enshins“ die Bühne enterten. Die Freiburger hätten für ihren flotten Indie-Rock eindeutig mehr Zuhörer verdient gehabt. Freunde von „Franz Ferdinand“ oder „The Strokes“ kamen voll auf ihre Kosten und für Songs wie „Good Morning Stranger“ oder „Second Class Hero“ gab es anerkennenden Applaus.

Pünktlich zu „Eartlimb“ füllte sich die „Wolfsklause“ dann ordentlich. Die Band besteht aus Mitgliedern von „Fear My Thoughts“, „Triptykon“, „Pigeon Toe“ und „The Hellcall“. Aber von brachialem Metal, auf den man aufgrund dieser Namen schließen könnte, war weit und breit keine Spur. Stattdessen führte der spannende musikalische Trip voll dramatischer Melodien und sphärischer Arrangements von Prog- über Postrock und Ambient bis in New Artrock-Gefilde hinein. Neben den musikalischen Qualitäten der Mannen um Ausnahme-Gitarrist Patrick Hagmann überzeugte auch der variable Gesang von Alex Bleiziffer restlos. Packende Songs der Marke „Oceans Of Astate“, „The Red Tide“ oder der Rausschmeißer „Waves“ sorgten für offene Münder und tosenden Applaus.


Die Messlatte lag nun sehr hoch für die Melodic-Alternative-Rocker „Sinew“. Doch die mittlerweile zum Fünfer angewachsenen Marburger zogen problemlos nach. Zwar ist der Sound von „Sinew“ um einiges poppiger als der von „Earthlimb“, aber hinsichtlich der musikalischen Qualität mussten die Zuhörer keinerlei Abstriche machen. Progressiver und bombastischer Rock traf hier auf melodiebetonten, zeitlosen Indie und gitarrenlastigen Alternative-Sound. Phasenweise wurde es vor allem bei den älteren Stücken auch etwas wilder, vor allem gesanglich. Die Songs strotzten vor traumhaften Melodien und packenden Refrains. Ebenso mitreißend war der charismatische Gesang von Frontmann Sascha Junker, dessen Stimme etwas an Brian Molko von „Placebo“ erinnerte. Sowohl Stücke wie „Eidolon“ oder „Charging Loki“ vom Debütalbum, als auch Hits wie „Leading To Rome“, „Turquoise“ oder „Mercy On Apollo“ vom neuen Album „Pilots Of A New Sky“ zeigten, dass „Sinew“ eine der kreativsten Hoffnungen sind, welche die deutsche Rock-Szene zu bieten hat. Die Darbietung wurde von den Fans kräftig beklatscht. Nach dem Konzert herrschte reger Betrieb am T-Shirt-Stand, wo einige CDs – sowohl von „Sinew“, als auch von „Earthlimb“ – den Besitzer wechselten.

[29.09.2012] CRUSHING CASPARS

Die „Crushing Caspars“ rockten die Hütte


Beim gut besuchten ersten Konzert nach einer fast viermonatigen Sommerpause steppte am vergangenen Samstag in der „Wolfsklause“ in Oberwolfach mal wieder der Bär. Als Headliner waren die „Crushing Caspars“ aus Rostock zu Gast, als Vorbands heizten „The Hellcall“ und „Kyler“ die Stimmung kräftig an.

Als erste Band traten die fünf Jungs von „Kyler“ ins Scheinwerferlicht. Die Lahrer Groove-Metaller, die früher unter dem Namen „Past All Hope“ aktiv waren, feierten an diesem Abend die Veröffentlichung ihres nagelneuen Albums „Swagger“. Songs wie der Opener „Unknown“, „Buried Alive“ oder „Fight“ strotzen vor Energie und gefielen den meisten Anwesenden sehr gut.

Gespannt warteten die Fans nun auf „The Hellcall“. Der Fünfer aus Freiburg und Rheinfelden hat sich „Black Forest Mosh Metal“ auf die Fahnen geschrieben. Mit drei Gitarristen, einer davon Ausnahmekönner und Ex-„Fear My Thoughts“-Mitglied Patrick Hagmann, zauberte die Band eine äußerst druckvolle Soundwand aus den Boxen. Mal mittelschnell und mächtig groovend, mal rasend und wild. Dazu gesellten sich der variable Gesang von Alex Bleiziffer und eine gute Bühnenshow inklusive „Bier-Bong“ und „Bad-Taste-Outfit“ der Musiker, sodass man von einem musikalisch und optisch außergewöhnlichen Auftritt sprechen kann. Entsprechend euphorisch wurden Lieder wie „I Set My Sail“, „In Hell“ oder „And My Kingdom Will Come“ von den zahlreichen Fans beklatscht.

Jetzt war die Zeit für die „Crushing Caspars“ gekommen. Die Hardcore-Szenegröße war extra aus dem fernen Rostock angereist, um dem Schwarzwälder Publikum ihren „Baltic Sea Hardcore“ – so nennt die Band ihren Stil – um die Ohren zu jagen. Dahinter verbirgt sich eine explosive Mischung aus Hardcore, Punk und Streetcore, angereichert mit Versatzstücken aus Rock’n’Roll und Metal. Bands wie „Discipline“, „Sick Of It All“, aber auch „Motörhead“ zählen zu den Einflüssen der Norddeutschen. Bei Songs wie „Life Is A Freefight“ oder „The Fire Still Burns“ ging vor der Bühne kräftig die Post ab. Sänger „Snoopy“ zeigte regelrechte Entertainer-Qualitäten und bezog immer wieder gekonnt das Publikum mit in die Show ein. Auch die Huldigung verstorbener Musik-Legenden kam hervorragend an. Highlight-Songs waren „Viva La Rostick“, eine Hommage an die Heimatstadt der „Crushing Caspars“, die Cover-Version des „Agnostic Front“-Klassikers „Gotta Go“ und die abschließende Mitgröhl-Hymne „Eye For An Eye“. Ein cooler Auftritt einer coolen Band, die vom Publikum zu Recht ausgiebig bejubelt wurde.

Das nächste „Wolfsklause“-Konzert findet am 10. November statt. Die Band „Sinew“ aus Marburg spielt melodischen Alternative-Progressive-Rock, die Freiburger „Earthlimb“ machen progressiven Postrock.

[30.04.2012] BORN FROM PAIN

"Born From Pain" bringen die "Wolfsklause" zum Kochen


Das international renommierte holländische Hardcore-Metal-Flaggschiff "Born From Pain" war im Rahmen seiner Europa-Tour anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums "The New Future" am vergangenen Montag bei uns in der "Wolfsklause" in Oberwolfach zu Gast. Von nah und Fern reisten viele Fans an, was zur Folge hatte, dass wir frühzeitig das "Ausverkauft"-Schild an die Eingangstür hängen mussten.

Los ging’s mit "Hellwards", einer sechsköpfigen Metalformation aus dem Kehler und Offenburger Raum. Mit zwei Sängern ausgestattet, boten die Jungs einen brachialen Mix aus Deathmetal und Hardcore, variabel sowohl was die Geschwindigkeit betrifft, als auch den Gesang. Songs wie "Berserk", "Switch" oder "Eternity" kamen beim Publikum sehr gut an.


Als die Engländer "Heights" die Bühne betraten, war die "Wolfsklause" bereits rappelvoll. Die Stimmung war prächtig und die fünf Jungs aus Welwyn Garden City ließen sich dadurch zur Höchstleistung anstacheln. Die Band bot Post-Hardcore der modernen Prägung mit enormer Live-Intensität. Vor allem Sänger Thomas Debaere ging bei Tracks wie "These Streets", "Gold Coast" oder "Dead Ends" mächtig ab. Klasse Auftritt!

Noch mächtiger ab ging’s dann allerdings bei "Born From Pain". Die Holländer gehören zu den dienstältesten und bekanntesten Bands in Europa, die seinerzeit den Versuch wagten, Hardcore mit Metal zu fusionieren und verfügen daher über eine große Fangemeinde. Nach ihrem unvergesslichen Auftritt im Jahr 2009 waren die sympathischen Holländer nun zum zweiten Mal in der "Wolfsklause" zu Gast. Vom ersten Gitarrenriff an spielten sich vor der Bühne tumultartige Szenen ab. Wildes Pogotanzen und lautes Mitsingen standen ganz oben auf der Tagesordnung der Fans. Klassiker wie "Rise Or Die" oder "The New Hate" sind Songs für die Ewigkeit, bei "Relentless" musste man Angst um das Inventar der "Wolfsklause" haben. Aber auch neue Stücke wie "Change Or Die" fanden den Weg auf die Setlist. Bei Sauna ähnlichen Temperaturen legte der Vierer trotz Rückenproblemen von Sänger Rob Franssen einen famosen Gig auf die Bretter und wurde vom Publikum zu Recht frenetisch abgefeiert, auch für die politisch wertvollen Ansagen. Nach dem Konzert zeigten sich "Born From Pain" als sehr fannahe Band, verweilten noch lange an der Theke und kündigten an, dass sie mit Sicherheit mal wieder im Wolftal vorbeischauen werden.

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